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Es gibt keine Region in Syrien, ob befreit, besetzt oder in Auseinandersetzungen mit dem Regime verwickelt, die nicht größtmögliche Hilfe benötigt. Meine Worte zielen nicht darauf ab, die geringe Aufmerksamkeit herabzuwürdigen, mit der sich einige befreite syrische Regionen konfrontiert sehen, sondern richtet sich darauf, eine größere Aufmerksamkeit für die Region Ost-Ghouta zu erlangen – jetzt und bevor es zu spät ist.

Alle von uns kennen den Mangel an Res...

Nun hat der Krieg Damaskus erreicht . Oder sollte ich sagen, die Revolution? Aber wir schlafen ein und wachen auf zum Donner der Explosionen, die fast die ganze Stadt erschüttern, wir hören die Hubschrauber, die Militärflugzeuge, das Rattern der Maschinengewehre. Das ist der Klang des Krieges.

Der Gedanke, Damaskus könnte nun ein neues Baba Amr werden, dieser Stadtteil von Homs, der in weiten Teilen in Trümmer gelegt wurde, schneidet mir ins Herz. Ich weiß,...

May 11, 2012

Damaskus –  Frau Zaitouneh, der Sacharow-Preis des EU-Parlaments 2011 hat Sie international bekannt gemacht. Gibt Ihnen das Schutz, oder macht es Sie erst Recht zur Zielscheibe?

Niemand in diesem Land hat irgendwelchen Schutz.

Beschreiben Sie uns bitte den Alltag in Syrien.

Ich bin in Damaskus und lebe, wie ich es in den vergangenen zwölf Monaten getan habe: im Versteck, in relativer Sicherheit. Ich kann nicht für Menschen sprechen, die in Homs, Idlib oder Ha...

March 27, 2012

Seien Sie herzlich gegrüßt,

einen Dank, glaube ich, erwarten Sie eigentlich nicht von mir, denn der Dank gilt den Revolutionen des Arabischen Frühlings, speziell der heldenhaften Revolution des syrischen Volkes. Diese besondere Zeit der Geschichte gibt Ihnen und mir die Chance, mit mehr Zuversicht an unsere Grundrechte auf Freiheit und Würde zu glauben.

Vor ungefähr zehn Jahren erzählte mir ein entlassener Häftling, der seine Haft im Militärgefängnis Sai...

December 29, 2011

Noch immer gehen in Syrien die Machthaber brutal gegen die Opposition vor. Täglich sterben Menschen. Am selben Tag, an dem das Regime ein Abkommen mit der Arabischen Liga über eine Beobachtermission unterzeichnete, verübte die Armee ein Massaker mit mehr als 120 Opfern, darunter viele Deserteure. Noch immer gibt es keine Veränderung der Machtverhältnisse. Auch wenn nun einige Panzer aus der Protesthochburg Homs abgezogen wurden, auch wenn zuletzt ein gewal...

Es ist erstaunlich, wie sehr man sich an ein heimatloses Dasein gewöhnen kann. Nach sieben Monaten auf der Flucht habe ich das Gefühl, nirgends hinzugehören. Es scheint mir fast normal zu sein, meine persönlichen Dinge verloren zu haben und nur mit dem Nötigsten von Versteck zu Versteck zu ziehen. Es sind die menschlichen Verluste, die nicht zu ertragen sind.
 

Viele Aktivisten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sind in den vergangenen Wochen verhaftet...

Viele Menschen in Syrien hatten gehofft, dass sie an Eid al-Fitr, dem großen Fest zum Abschluss des Ramadan, auch das Ende des Assad-Regimes würden feiern können. Diesen Optimismus habe ich nie geteilt – auch wenn ich überrascht und glücklich war über die unerschöpfliche Energie, mit der die Leute den ganzen Fastenmonat über auf die Straße gingen. Die Syrer haben ihr Versprechen gehalten und jeden Tag in einen Tag der Proteste verwandelt.

Ramadan war für mi...

August 1, 2011

Jeden Augenblick rechne ich damit, dass der Geheimdienst zur Tür hereinstürmt und mich festnimmt. Mich schreckt nicht so sehr der Gedanke ans Gefängnis – viele meiner Freunde haben das überstanden. Aber ich weiß, wenn der Apparat mich erst einmal hat, dann komme ich so schnell nicht wieder frei. Und dann würde ich diesen historischen Moment der syrischen Revolution verpassen, den ich miterleben möchte.

Ohnehin macht es mich fast wahnsinnig, dass ich in mein...

Seit drei Monaten lebe ich jetzt auf der Flucht, jage von einem Versteck zum anderen. Mein Alltag ist völlig in der Revolution aufgegangen, als ob ich in einer Kapsel lebe, losgelöst von allem, was mein Leben sonst ausgemacht hat. Ich lese keine Bücher mehr, sehe keine Filme an, gehe nicht mehr in der Altstadt spazieren. Ich schreibe nicht einmal mehr.

Immer wieder sage ich mir: Halte inne, hole Luft – denn ich möchte mich später gern deutlich an jeden Mome...

June 12, 2011

Manchmal weiß ich nicht mehr, was ich fühle. Der Strom der Ereignisse reißt mich mit, ohne Atempausen. Dabei möchte ich mich freuen über die stetig wachsende Zahl von Menschen, die ihre Angst abstreifen. Möchte stolz sein auf die Solidarität, die wir erleben zwischen den Städten Syriens: darauf, wie die Bewohner Hamas für die Menschen in Rastan singen und die Menschen in Homs für jene in Hama. Unsere Sehnsucht nach einem Leben in Würde macht uns tatsächlic...

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